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Walter Schmidt
Individuelle Software

Was kostet individuelle Software — und wann lohnt sie sich?

Ein erster, klar umrissener Baustein kostet meist zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Eine kleine Fachanwendung mit eigener Datenhaltung und Oberfläche liegt typischerweise zwischen 8.000 und 25.000 Euro, umfangreichere Lösungen darüber. Gerechnet wird nach Aufwand, bei mir mit 90 bis 110 Euro pro Stunde, dazu 15 bis 20 Prozent der Entwicklungskosten pro Jahr für Wartung. Einen Schubladen-Preis gibt es trotzdem nicht: Der Umfang entscheidet — und sinnvoll rechnet man individuelle Software nicht gegen einen Festpreis, sondern gegen das, was sie ersetzt.

7 Min. Lesezeit

Wer nach 'dem Preis' für individuelle Software sucht, bekommt selten eine Zahl — meist mit dem Hinweis, das hänge vom Projekt ab. Das stimmt, hilft aber niemandem bei der Entscheidung, ob sich ein Gespräch überhaupt lohnt. Deshalb hier zuerst die Größenordnungen, danach die zwei Fragen, die wirklich zählen: Was treibt den Preis, und was spart die Software wieder ein?

Größenordnungen für individuelle Software in einem kleinen Betrieb: Ein abgegrenztes Werkzeug für eine einzelne Aufgabe kostet 2.000 bis 5.000 Euro. Eine kleine Fachanwendung mit eigener Datenhaltung, Oberfläche und ein bis zwei Schnittstellen liegt bei 8.000 bis 25.000 Euro. Lösungen, die einen kompletten Geschäftsprozess abbilden, beginnen bei etwa 25.000 Euro. Abgerechnet wird nach Aufwand mit 90 bis 110 Euro pro Stunde; die Bänder entsprechen damit rund 20 bis 50, 80 bis 250 und mehr als 250 Arbeitsstunden. Für Wartung und Pflege rechnen Sie 15 bis 20 Prozent der Entwicklungskosten pro Jahr.

Warum es keinen festen Listenpreis gibt

Standardsoftware ist ein fertiges Produkt für viele — die Entwicklungskosten teilen sich tausende Nutzer. Individuelle Software entsteht für genau einen Betrieb und genau einen Ablauf. Der Preis hängt deshalb direkt am Umfang: Je mehr die Software können soll und je mehr sie mit anderen Systemen zusammenspielt, desto aufwendiger der Bau.

Was den Preis bestimmt

Diese Faktoren entscheiden, ob es ein überschaubares Werkzeug oder eine große Anwendung wird:

  • Umfang: eine einzelne Aufgabe oder ein ganzer Geschäftsprozess. Der größte Hebel — er entscheidet, in welchem der drei Preisbänder Sie landen.
  • Schnittstellen: Muss die Software an bestehende Systeme andocken? Jede Anbindung kostet zusätzlichen Aufwand, und Programme ohne offene Schnittstelle deutlich mehr als solche mit.
  • Komplexität der Regeln: klare Abläufe oder viele Sonderfälle. Sonderfälle sind der häufigste Grund, warum ein Projekt teurer wird als gedacht — nicht die Zahl der Bildschirmmasken.
  • Datenmenge und Nutzerzahl: ein paar Einträge oder ein laufender Betrieb mit gleichzeitigen Zugriffen und Rechteverwaltung.
  • Oberfläche: eine schlichte Eingabemaske oder eine durchgestaltete Bedienung. Gestaltung und Bedienbarkeit machen bei Anwendungen mit vielen Masken einen spürbaren Teil des Aufwands aus.

Einmalkosten gegen laufende Kosten

Standardsoftware ist günstig im Einstieg, kostet aber dauerhaft — meist pro Nutzer und Monat, oft über Jahre. Individuelle Software hat höhere Einmalkosten für die Entwicklung, danach nur noch planbare Wartung: als Richtwert 15 bis 20 Prozent der Entwicklungskosten pro Jahr für Updates, Sicherheitsaktualisierungen und kleine Anpassungen. Ein Werkzeug für 5.000 Euro kostet also rund 750 bis 1.000 Euro jährlich im Unterhalt. Über mehrere Jahre kann sich das Bild umkehren, besonders wenn das Team wächst — denn diese Wartung bleibt gleich, während Lizenzkosten pro Kopf mitwachsen.

Faustregel: Individuelle Software lohnt sich, sobald Standardsoftware Sie zu teuren Workarounds oder dauerhafter Handarbeit zwingt — oder die Lizenzkosten mit jedem zusätzlichen Mitarbeiter weiterwachsen.

Wann sich individuelle Software lohnt — und wann Standard reicht

Standardsoftware ist die richtige Wahl, wenn sie Ihren Ablauf gut genug abbildet. Individuell wird sinnvoll, wenn:

  • Ihr Team die Standardlösung ständig mit Excel oder Handarbeit ergänzt.
  • Sie für viele Funktionen zahlen, aber nur wenige nutzen.
  • Kein Produkt am Markt zu Ihrem Ablauf passt.
  • Die laufenden Lizenzkosten mit der Zeit aus dem Ruder laufen.

Wie man die Investition klein hält

Niemand muss am ersten Tag die perfekte Software bestellen. Sinnvoll ist ein klar umrissener erster Baustein, der einen konkreten Schmerz löst — wartbar gebaut, sodass er später wachsen kann. So bleibt die Anfangsinvestition überschaubar, und Sie sehen schnell, ob sich der Weg lohnt, bevor Sie mehr investieren.

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FAQ

Häufig gefragt

Gibt es einen Richtpreis für individuelle Software?

Als Orientierung: 2.000 bis 5.000 Euro für ein abgegrenztes Werkzeug, 8.000 bis 25.000 Euro für eine kleine Fachanwendung mit Datenhaltung und Oberfläche, ab etwa 25.000 Euro für einen kompletten Geschäftsprozess. Abgerechnet wird nach Aufwand mit 90 bis 110 Euro pro Stunde. Eine belastbare Zahl entsteht, sobald klar ist, was die Software können soll.

Ist individuelle Software nicht immer teurer als Standard?

Im Einstieg meist ja, über die Jahre oft nicht. Standardsoftware kostet dauerhaft Lizenzgebühren pro Nutzer und erzeugt Zeitaufwand durch Workarounds. Individuelle Software hat höhere Einmalkosten, danach nur planbare Wartung.

Was kostet die Wartung individueller Software?

Als Richtwert 15 bis 20 Prozent der Entwicklungskosten pro Jahr — bei einer Lösung für 10.000 Euro also etwa 1.500 bis 2.000 Euro jährlich. Darin enthalten sind Updates, Sicherheitsaktualisierungen und kleine Anpassungen. Anders als Lizenzgebühren wächst dieser Betrag nicht mit der Zahl der Mitarbeiter.

Kann man klein anfangen?

Ja. Sinnvoll ist ein erster Baustein, der einen konkreten Engpass löst und später ausgebaut werden kann. So bleibt das Risiko klein und der Nutzen früh sichtbar.

Was würde Ihre Software können müssen?

Im kostenlosen Erstgespräch umreißen wir gemeinsam den Umfang — und Sie bekommen eine belastbare Einschätzung statt einer Hausnummer.