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Walter Schmidt
IT & Prozess-Begleitung

Eigener IT-Admin oder Systemhaus: Was passt zu welchem Betrieb?

Als grobe Orientierung: Unterhalb von etwa fünfzehn bis zwanzig Arbeitsplätzen trägt sich eine eigene IT-Vollzeitkraft selten, oberhalb von etwa fünfzig wird die rein externe Betreuung unhandlich. Dazwischen liegt die Spanne, in der beides funktionieren kann — und in der die meisten Betriebe am besten mit einer Mischung fahren: ein interner Ansprechpartner für den Alltag, externe Spezialisten für alles, was Tiefe oder Vertretung braucht. Wichtiger als die Entscheidung selbst ist allerdings eine Frage, die in beiden Modellen dieselbe ist: Wie viel Wissen über Ihren Betrieb darf in einem einzigen Kopf liegen?

7 Min. Lesezeit

Die Frage kommt fast immer an einem von zwei Punkten auf: Entweder ist der Betrieb gewachsen und die IT wird zum Nebenjob von jemandem, der eigentlich etwas anderes tun soll — oder die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Dienstleister knirscht, und man fragt sich, ob es intern nicht besser ginge. Beide Ausgangslagen führen zur selben Entscheidung, und beide neigen dazu, sie auf die Kostenfrage zu verkürzen. Das greift zu kurz, denn die Modelle unterscheiden sich weniger im Preis als in dem, was sie leisten können, wenn es eng wird.

Eine eigene IT-Kraft lohnt sich in der Regel ab etwa fünfzehn bis zwanzig Arbeitsplätzen; darunter ist die Auslastung zu gering. Oberhalb von etwa fünfzig Arbeitsplätzen stößt die rein externe Betreuung an Grenzen, weil zu viel Alltagsgeschäft anfällt. Dazwischen ist das Mischmodell aus internem Ansprechpartner und externen Spezialisten meist die tragfähigste Lösung. Die Zahlen sind Faustregeln, keine Schwellenwerte — Branche, IT-Tiefe und Standortzahl verschieben sie erheblich.

Was für die eigene IT-Kraft spricht — und was dagegen

Der große Vorteil ist Nähe. Wer im Haus sitzt, kennt nicht nur die Technik, sondern den Betrieb: welche Abläufe an welchem System hängen, wer womit arbeitet, was am Monatsende nicht ausfallen darf. Diese Art von Wissen steht in keinem Ticket. Dazu kommen kurze Wege — man geht hin und fragt, statt ein Ticket zu schreiben — und die Bereitschaft, auch die kleinen Dinge zu erledigen, die sich für einen externen Einsatz nicht lohnen.

Der große Nachteil ist ebenso strukturell: Eine Person ist eine Person. Sie hat Urlaub, sie wird krank, sie kündigt irgendwann. In dem Moment steht die IT still, und zwar unabhängig davon, wie gut sie vorher lief. Dazu kommt die Breite: Ein einzelner Mensch kann Netzwerk, Server, Arbeitsplätze, Telefonie, Backup und Sicherheit nicht auf allen Feldern gleich gut beherrschen — das ist keine Kritik, sondern schlicht die Menge an Stoff. Und es braucht Zeit und Budget für Fortbildung, sonst veraltet das Wissen im eigenen Haus schneller, als einem lieb ist.

Was für das Systemhaus spricht — und was dagegen

Ein Dienstleister bringt Breite und Vertretung mit. Fällt ein Ansprechpartner aus, übernimmt ein anderer; für Spezialfragen gibt es Spezialisten; und weil dieselben Themen bei vielen Kunden auftreten, sind Erfahrungswerte da, die ein einzelner Betrieb gar nicht sammeln kann. Dazu kommt Verlässlichkeit auf dem Papier: Reaktionszeiten stehen in einem Vertrag, statt vom guten Willen einer einzelnen Person abzuhängen.

Die Kehrseite: Der Dienstleister kennt Ihren Betrieb naturgemäß weniger gut als jemand, der täglich darin arbeitet. Was intern ein Zuruf ist, wird extern ein Vorgang. Ansprechpartner wechseln, und mit ihnen geht Kontextwissen verloren. Und je länger die Zusammenarbeit läuft, desto mehr Wissen über Ihre Umgebung liegt beim Dienstleister statt bei Ihnen — was den Wechsel mit der Zeit teurer macht, selbst wenn man mit der Leistung unzufrieden ist. Nichts davon spricht gegen Systemhäuser; es sind die Eigenschaften des Modells, und man kann sie einplanen.

Ich habe beide Seiten gesehen — als Administrator im eigenen Betrieb und als externer Begleiter. Was mir dabei aufgefallen ist: Die Betriebe vergleichen die Modelle fast immer über die Kosten, und fast nie über das Risiko, das beide teilen. Denn das Kernproblem ist in beiden Fällen dasselbe. Der eigene Admin, der geht, und das Systemhaus, das man wechselt, nehmen Wissen mit, das nirgends aufgeschrieben ist: warum dieser Server so eingerichtet ist, welches Kennwort wofür gilt, welcher Dienstleister für welche Leitung zuständig ist. Wer das erkannt hat, stellt die Frage anders — nicht „intern oder extern“, sondern „wie stelle ich sicher, dass das Wissen im Betrieb bleibt, egal wer es gerade pflegt“. Eine gepflegte Dokumentation der eigenen Umgebung ist deshalb die Investition, die sich in beiden Modellen auszahlt, und die in beiden gerne unterbleibt.

Das Mischmodell — in der Praxis der Normalfall

Für die meisten Betriebe in der mittleren Größenordnung ist die tragfähigste Antwort keine Entscheidung, sondern eine Aufteilung. Intern sitzt jemand, der nicht zwingend Vollzeit-Administrator sein muss: die Person, die neue Geräte einrichtet, Passwörter zurücksetzt, weiß, wo die Zugangsdaten liegen, und beurteilen kann, ob ein Problem klein oder groß ist. Extern hängen die Themen, die Tiefe brauchen — Server und Virtualisierung, Netzwerk, Sicherheit, Backup-Konzept — und die Vertretung, wenn intern jemand ausfällt.

Damit das funktioniert, müssen zwei Dinge geklärt sein. Erstens die Grenze: Was macht intern, was extern, und ab wann wird eskaliert? Unklare Grenzen führen dazu, dass Aufgaben zwischen beiden liegen bleiben. Zweitens der Zugang: Der interne Ansprechpartner braucht genug Rechte und Wissen, um im Alltag handlungsfähig zu sein — sonst wird er zum Boten, und der Vorteil der kurzen Wege ist dahin.

Woran Sie merken, dass das aktuelle Modell nicht mehr passt

  • Ihre IT-Kraft kommt nicht mehr zu ihrer eigentlichen Arbeit, oder der IT-Nebenjob frisst spürbar Zeit an anderer Stelle.
  • Bei Urlaub oder Krankheit einer einzelnen Person bleiben Dinge liegen, die nicht liegen bleiben dürften.
  • Sie bekommen auf einfache Anfragen lange Reaktionszeiten, weil alles denselben Weg über ein Ticketsystem nimmt.
  • Niemand im Haus kann sagen, wie die eigene Umgebung aufgebaut ist — die Antwort lautet immer „das weiß nur der Dienstleister“ oder „das weiß nur Kollege X“.
  • Größere Vorhaben werden aufgeschoben, weil niemand die Zeit oder die Tiefe dafür hat.

Keiner dieser Punkte bedeutet für sich, dass man wechseln muss. Zwei oder drei davon zusammen bedeuten aber, dass das Modell an seiner Grenze arbeitet — und dann ist es besser, das in Ruhe zu ändern als im Moment eines Ausfalls.

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FAQ

Häufig gefragt

Ab welcher Größe lohnt sich ein eigener IT-Administrator?

Als Faustregel ab etwa fünfzehn bis zwanzig Arbeitsplätzen, weil darunter die Auslastung für eine Vollzeitstelle meist nicht reicht. Entscheidend ist aber weniger die Mitarbeiterzahl als die IT-Tiefe: Ein Betrieb mit eigener Fertigung, mehreren Standorten oder Spezialsoftware erreicht die Schwelle früher als ein reines Büro.

Ist ein Systemhaus teurer als eine eigene IT-Kraft?

Nicht zwangsläufig, und der reine Preisvergleich führt in die Irre. Eine Vollzeitstelle kostet unabhängig von der Auslastung, ein Dienstleister nach Vertrag oder Aufwand. Wichtiger als der Preis ist, welches Modell Vertretung sicherstellt und welches Ihnen das Wissen über die eigene Umgebung im Haus lässt.

Kann man intern und extern kombinieren?

Ja, und für mittelgroße Betriebe ist das meist die beste Lösung. Intern übernimmt eine Person den Alltag — Geräte einrichten, kleine Störungen, Zugänge verwalten —, extern hängen Tiefe und Vertretung. Wichtig sind klar gezogene Grenzen und ausreichende Rechte für den internen Ansprechpartner.

Was ist das größte Risiko bei beiden Modellen?

Undokumentiertes Wissen. Sowohl eine ausscheidende interne Kraft als auch ein gewechselter Dienstleister nehmen Kontextwissen über Ihre Umgebung mit, wenn es nirgends festgehalten ist. Eine gepflegte Dokumentation ist deshalb in beiden Modellen die wichtigste Absicherung.

Unsicher, ob Ihre IT-Betreuung noch zu Ihrem Betrieb passt?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, was intern gut aufgehoben ist, was extern besser läuft und wo das Wissen über Ihre Umgebung gerade liegt — ohne Verkaufsdruck.