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Walter Schmidt
IT & Prozess-Begleitung

Microsoft 365 wird teurer — was können kleine Betriebe jetzt tun?

Zum 1. Juli 2026 hat Microsoft die Preise für Microsoft 365 angehoben: Business Basic kostet rund 16 Prozent mehr, Business Standard rund 12 Prozent. Interessanter als die Erhöhung selbst ist aber, was Microsoft nicht angefasst hat — Business Premium bleibt beim alten Preis. Damit ist der Abstand zwischen Standard und Premium geschrumpft, und für manche Betriebe rechnet sich der teurere Plan plötzlich besser als der billigere. Bestandskunden zahlen außerdem erst ab der nächsten Verlängerung mehr. Dieser Beitrag zeigt, wo sich das Nachrechnen lohnt.

6 Min. Lesezeit

Preiserhöhungen bei Software sind selten eine gute Nachricht, aber sie sind ein guter Anlass, den eigenen Lizenzbestand einmal anzuschauen — etwas, das in kleinen Betrieben zwischen zwei Verlängerungen gerne drei Jahre liegen bleibt. Diese Erhöhung ist dafür besonders geeignet, weil sie nicht flächendeckend ist, sondern die Pläne unterschiedlich trifft.

Zum 1. Juli 2026 hat Microsoft die Listenpreise für Microsoft 365 angehoben: Business Basic steigt von 6 auf 7 US-Dollar pro Nutzer und Monat (rund 16 Prozent), Business Standard von 12,50 auf 14 US-Dollar (rund 12 Prozent). Business Premium bleibt unverändert bei 22 US-Dollar. Bestandskunden behalten ihre bisherigen Konditionen bis zur nächsten Vertragsverlängerung.

Die genannten Werte sind die US-Listenpreise aus Microsofts Ankündigung; in Euro weichen die Beträge ab, weil Microsoft die lokalen Märkte gesondert anpasst. Die Größenordnung der Anhebung und vor allem das Verhältnis der Pläne zueinander gelten aber unabhängig von der Währung — und genau darauf kommt es beim Nachrechnen an.

Der eigentliche Punkt: Premium wurde nicht teurer

Vor der Anpassung lagen zwischen Business Standard und Business Premium 9,50 Dollar Abstand pro Nutzer und Monat. Jetzt sind es 8. Der Aufpreis für Premium ist also gesunken, während Standard teurer wurde. Wer bisher aus Kostengründen bei Standard geblieben ist, sollte die Rechnung deshalb neu aufmachen — nicht weil Premium plötzlich billig wäre, sondern weil sich das Verhältnis verschoben hat.

Business Premium enthält gegenüber Standard vor allem Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen: Geräteverwaltung, erweiterten Bedrohungsschutz, zusätzliche Identitätsfunktionen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht „brauche ich das?“, sondern „zahle ich das gerade schon woanders?“. Wer ohnehin eine Drittanbieter-Lösung für Virenschutz oder Geräteverwaltung bezahlt, zahlt unter Umständen doppelt — und in dem Fall kann der Wechsel auf Premium unterm Strich günstiger sein als der Verbleib auf Standard plus Zusatzabo.

Aus der Admin-Praxis: Bevor ich über den Plan diskutiere, zähle ich die Lizenzen. In fast jedem gewachsenen Betrieb finden sich Karteileichen — Konten ausgeschiedener Mitarbeiter, die nie deaktiviert wurden, Testkonten aus einem Projekt, ein Postfach für eine Funktion, die es nicht mehr gibt. Das sind selten viele, aber es sind fast immer welche, und jede davon kostet jeden Monat. Der zweite Blick geht auf den Plan-Mix: Nicht jeder im Betrieb braucht denselben Plan. Wer nur Mail und Kalender nutzt und ohnehin am gemeinsamen Rechner arbeitet, ist mit einem kleineren Plan richtig bedient, während die Buchhaltung die Desktop-Programme braucht. Diese beiden Schritte holen den Preisaufschlag in der Regel wieder herein — ohne dass jemand auf etwas verzichten muss.

Was Sie vor der nächsten Verlängerung prüfen sollten

  • Lizenzbestand bereinigen: Wie viele Lizenzen sind gebucht, wie viele Konten sind tatsächlich aktiv? Die Differenz ist bares Geld.
  • Plan-Mix prüfen: Braucht wirklich jede Person denselben Plan, oder passt für einen Teil des Teams ein kleinerer?
  • Doppelzahlungen finden: Läuft neben Microsoft 365 ein separates Abo für Virenschutz, Geräteverwaltung oder Backup, dessen Funktion in einem höheren Plan schon enthalten wäre?
  • Verlängerungstermin kennen: Da Bestandskunden bis zur Verlängerung auf den alten Konditionen bleiben, ist der Termin der Zeitpunkt, an dem die Erhöhung ankommt — und damit der Zeitpunkt, bis zu dem die Prüfung erledigt sein sollte.
  • Zahlweise anschauen: Jährliche Vorauszahlung ist bei Microsoft günstiger als monatliche Kündbarkeit. Der Preis dafür ist Bindung — das ist eine Abwägung, keine Selbstverständlichkeit.

Und wenn man ganz aussteigen will?

Die Frage kommt bei jeder Preiserhöhung, und sie ist berechtigt — aber sie sollte ehrlich gestellt werden. Ein Wechsel weg von Microsoft 365 ist kein Lizenzthema, sondern ein Projekt: Postfächer und Kalender migrieren, Dateiablagen umziehen, Dokumentformate prüfen, das Team umgewöhnen, Abläufe anpassen, die an Office-Funktionen hängen. Für Betriebe, die ohnehin über ihre Abhängigkeit von einzelnen Anbietern nachdenken, kann das der richtige Weg sein; wer nur die Erhöhung abfangen will, ist mit den fünf Punkten oben meist deutlich besser bedient. Eine Preisanpassung im einstelligen Eurobereich pro Nutzer rechtfertigt selten ein Migrationsprojekt — die Frage nach der Abhängigkeit rechtfertigt es womöglich schon, und die stellt sich unabhängig vom Preis.

Ein Detail zum Schluss, das in der Aufregung untergeht: Microsoft hat mit der Anpassung auch den Leistungsumfang erweitert — mehr Postfachspeicher, zusätzlicher Schutz beim Anklicken von Links, erweiterte Chat-Funktionen des KI-Assistenten. Ob dieser Zugewinn den Aufpreis wert ist, muss jeder Betrieb für sich beantworten. Es ist aber ein Unterschied, ob ein Anbieter denselben Umfang teurer macht oder mehr liefert und dafür mehr verlangt.

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FAQ

Häufig gefragt

Um wie viel wird Microsoft 365 teurer?

Zum 1. Juli 2026 stieg Microsoft 365 Business Basic um rund 16 Prozent und Business Standard um rund 12 Prozent. Business Premium blieb beim bisherigen Preis. Die Varianten ohne Teams stiegen stärker. Maßgeblich sind die jeweiligen lokalen Preise; die genannten Werte stammen aus Microsofts Ankündigung in US-Dollar.

Gilt der neue Preis sofort für mich?

Nein. Bestandskunden behalten ihre bisherigen Konditionen bis zur nächsten Vertragsverlängerung. Der Verlängerungstermin ist damit der Zeitpunkt, an dem die Erhöhung tatsächlich ankommt — und der beste Anlass, den Lizenzbestand vorher zu prüfen.

Lohnt sich jetzt der Wechsel auf Business Premium?

Häufiger als vorher, weil der Preisabstand kleiner geworden ist: Standard wurde teurer, Premium nicht. Ob es sich rechnet, hängt davon ab, ob Sie Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen bereits separat bezahlen. Wer neben Microsoft 365 ein eigenes Abo für Virenschutz oder Geräteverwaltung führt, sollte beide Varianten gegenrechnen.

Wie senke ich meine Microsoft-365-Kosten am schnellsten?

Indem Sie zählen, wie viele Lizenzen gebucht und wie viele Konten tatsächlich in Benutzung sind. Nicht deaktivierte Konten ausgeschiedener Mitarbeiter sind der häufigste vermeidbare Posten. Danach lohnt der Blick auf den Plan-Mix — nicht jede Person im Betrieb braucht denselben Plan.

Zahlen Sie mehr für Microsoft 365, als Sie müssten?

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