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Walter Schmidt
IT & Prozess-Begleitung

Windows 10 ist am Support-Ende — zahlen, wechseln oder das Risiko tragen?

Seit dem 14. Oktober 2025 liefert Microsoft für Windows 10 keine Sicherheitsupdates mehr. Für Betriebe gibt es drei Wege: die Rechner auf Windows 11 heben (kostenlos, wenn die Hardware mitspielt), die kostenpflichtigen Extended Security Updates buchen (61 US-Dollar je Gerät im ersten Jahr, danach jährlich verdoppelt, maximal drei Jahre) — oder ungeschützt weiterlaufen, was für einen Betrieb keine echte Option ist. Welcher Weg passt, entscheidet vor allem, ob Ihre Geräte die Windows-11-Anforderungen erfüllen.

7 Min. Lesezeit

Das Tückische am Support-Ende ist, dass zunächst nichts passiert. Die Rechner starten weiter, die Programme laufen, niemand merkt etwas. Genau deshalb bleibt das Thema liegen — bis eine Sicherheitslücke ausgenutzt wird, für die es keinen Patch mehr gibt. Dieser Artikel ordnet die drei Wege, zeigt die tatsächlichen Kosten und hilft bei der Entscheidung, welche Geräte Sie zuerst anfassen.

Windows 10 hat am 14. Oktober 2025 das Support-Ende erreicht: Microsoft liefert keine Sicherheitsupdates, keine Fehlerbehebungen und keinen technischen Support mehr. Für Unternehmen gibt es drei Wege — der Umstieg auf Windows 11, das kostenpflichtige ESU-Programm (maximal drei Jahre, Preis verdoppelt sich jährlich) oder der Austausch der Hardware.

Was bedeutet das Support-Ende konkret?

Die Geräte hören nicht auf zu funktionieren — das ist der verbreitete Irrtum. Was endet, sind die Sicherheitsupdates. Jede neue Lücke, die nach dem 14. Oktober 2025 in Windows 10 gefunden wird, bleibt offen. Für einen privaten Rechner ist das ein überschaubares Risiko, für einen Betrieb nicht: Ein einziger verwundbarer Arbeitsplatz im Netz reicht als Einfallstor. Hinzu kommt die versicherungs- und datenschutzrechtliche Seite — wer nachweislich auf ungewarteter Software arbeitet, steht im Schadensfall schlechter da. Das Support-Ende ist also kein Stichtag, an dem etwas ausfällt, sondern der Beginn eines langsam wachsenden Risikos.

Weg 1: Umstieg auf Windows 11 — wenn die Hardware mitspielt

Für Geräte, die Windows 10 in der Version 22H2 ausführen und die Hardware-Anforderungen erfüllen, ist das Upgrade auf Windows 11 kostenlos. Der Haken sind genau diese Anforderungen: Windows 11 verlangt einen TPM-2.0-Sicherheitschip, aktiviertes Secure Boot und einen unterstützten Prozessor. Viele Betriebsrechner, die vor etwa 2018 angeschafft wurden, scheitern an einer dieser Hürden — technisch tadellos, aber offiziell nicht für Windows 11 zugelassen. Ob ein Gerät geeignet ist, zeigt die Windows-Update-Einstellung oder Microsofts Prüf-Werkzeug. Diese Bestandsaufnahme ist der erste Schritt: Sie teilt Ihre Flotte in „läuft sofort“ und „braucht eine Entscheidung“.

Weg 2: Extended Security Updates — Zeit kaufen

Wer nicht rechtzeitig umsteigen kann, kann sich Zeit kaufen. Über das ESU-Programm liefert Microsoft weiterhin die kritischen und wichtigen Sicherheitsupdates — gegen Gebühr. Für Unternehmen kostet das über die Volumenlizenzierung 61 US-Dollar je Gerät im ersten Jahr, und der Preis verdoppelt sich in jedem weiteren Jahr, bei maximal drei Jahren Laufzeit. Zwei Bedingungen sollten Sie kennen: Die Jahre sind kumulativ — wer erst im zweiten Jahr einsteigt, zahlt das erste mit — und enthalten ist ausschließlich Sicherheit, keine neuen Funktionen und kein technischer Support.

  • Jahr 1: 61 US-Dollar je Gerät · Jahr 2: der doppelte Betrag · Jahr 3: erneut verdoppelt — die Preisgestaltung ist bewusst ein Countdown, kein Dauerzustand.
  • Kumulativ: Ein späterer Einstieg spart nichts, die früheren Jahre werden nachberechnet.
  • Nur Sicherheitsupdates, kein Support, keine Funktionen; das Gerät muss auf Version 22H2 laufen.
  • Für Windows-10-Maschinen, die virtuell in Azure oder über Windows 365 laufen, ist ESU ohne Aufpreis enthalten.

Der richtige Umgang mit ESU ist der als Brücke: für die wenigen Geräte, deren Ersatz sich nicht bis Oktober 2025 organisieren ließ, überbrückt es die Monate bis zur neuen Hardware. Als Dauerlösung rechnet es sich nicht — dafür sorgt die jährliche Verdopplung.

Weg 3: Neue Hardware

Für Rechner, die Windows 11 nicht schaffen, ist der Austausch oft der ehrlichere Weg als jahrelanges ESU. Ein Gerät, das die Hardware-Anforderungen reißt, ist in der Regel ohnehin am Ende seines wirtschaftlichen Lebens. Der Umstieg ist zugleich der Moment, in dem sich der Cloud-Weg lohnen kann: Statt jeden Arbeitsplatz einzeln zu ersetzen, lässt sich Windows 11 auch als Cloud-PC bereitstellen. Das ist eine Grundsatzentscheidung für sich — aber sie gehört in dieselbe Planung.

Und die kostenlose Variante, von der man hört?

Für Privatnutzer gibt es ein separates, auf ein Jahr begrenztes ESU-Angebot für den Heim-PC. Es ist nicht für den Firmeneinsatz gedacht und deckt keine verwaltete Geräteflotte ab. Für Betriebe gilt der oben beschriebene, kostenpflichtige Weg über die Volumenlizenzierung. Wer im Netz auf „kostenlos“ stößt, sollte also genau hinsehen, ob es um Privat- oder Unternehmensgeräte geht.

Aus der Admin-Praxis: Machen Sie zuerst eine nüchterne Inventur — welches Gerät schafft Windows 11, welches nicht. Erfahrungsgemäß ist der größere Teil der Flotte sofort umstellbar; die Aufregung dreht sich um eine Handvoll älterer Rechner. Migrieren Sie die geeigneten Geräte zeitnah, nutzen Sie ESU nur als Brücke für die Nachzügler, und legen Sie für den Rest einen Ersatzplan mit Budget an. Wer die jährliche Verdopplung als das liest, was sie ist — ein Countdown —, trifft die Entscheidung einmal geordnet statt jedes Jahr unter Druck.

Was ist mit Office und Microsoft 365?

Ein häufiges Missverständnis: Office und das Betriebssystem sind zwei verschiedene Dinge. Microsoft liefert für die Microsoft-365-Apps auf Windows 10 noch bis zum 10. Oktober 2028 Sicherheitsupdates. Das ist eine Erleichterung für die Übergangszeit — aber kein Grund, auf Windows 10 zu bleiben: Das Betriebssystem darunter ist trotzdem ungewartet, und die Lücke sitzt im System, nicht in Word.

Wie Sie jetzt vorgehen

  • Inventur: Welche Geräte laufen auf Windows 10, welche davon erfüllen die Windows-11-Anforderungen (TPM 2.0, Secure Boot, unterstützter Prozessor)?
  • Geeignete Geräte zeitnah auf Windows 11 heben — vorher eine geprüfte Datensicherung anlegen.
  • Nachzügler mit ESU überbrücken, aber mit festem Enddatum und Ersatzplan.
  • Nicht-taugliche Geräte ersetzen oder als Cloud-PC neu denken; Budget dafür einplanen.
  • Prüfen, wo Fachanwendungen an eine bestimmte Windows-Version gebunden sind — das entscheidet mit über die Reihenfolge.

Die Entscheidung ist keine reine Kostenfrage, sondern eine der Reihenfolge und des Zeitpunkts. Wer sie jetzt geordnet trifft — solange ESU noch als günstige Brücke taugt —, spart sich die teure Variante: die überstürzte Umstellung nach dem ersten Sicherheitsvorfall.

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FAQ

Häufig gefragt

Kann ich Windows 10 nach dem 14. Oktober 2025 weiter nutzen?

Technisch ja — die Geräte funktionieren weiter. Sie erhalten aber keine Sicherheitsupdates mehr, wodurch jede neue Lücke offen bleibt. Für einen Betrieb ist das ein wachsendes Risiko; sinnvoll ist der Umstieg auf Windows 11 oder das kostenpflichtige ESU-Programm als Brücke.

Was kostet das ESU-Programm für Unternehmen?

Über die Volumenlizenzierung 61 US-Dollar je Gerät im ersten Jahr. Der Preis verdoppelt sich in jedem weiteren Jahr, maximal drei Jahre lang, und die Jahre sind kumulativ. Enthalten sind nur Sicherheitsupdates, kein technischer Support und keine neuen Funktionen.

Warum kann ich nicht einfach jeden PC auf Windows 11 aktualisieren?

Windows 11 setzt einen TPM-2.0-Chip, aktiviertes Secure Boot und einen unterstützten Prozessor voraus. Ältere Geräte — grob vor 2018 — scheitern oft an einer dieser Anforderungen, auch wenn sie sonst einwandfrei laufen. Für sie bleiben ESU als Brücke oder der Austausch.

Bekomme ich unter Windows 10 noch Office-Updates?

Für die Microsoft-365-Apps liefert Microsoft auf Windows 10 noch bis zum 10. Oktober 2028 Sicherheitsupdates. Das erleichtert die Übergangszeit, ist aber kein Grund zu bleiben: Das Betriebssystem selbst bleibt ungewartet.

Steht bei Ihnen die Windows-10-Ablösung an?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir, welche Geräte Windows 11 schaffen, wo ESU als Brücke reicht und was ersetzt gehört — mit klarem Zeit- und Kostenplan.