Was Googles Bericht zeigt und was nicht
Der Bericht heißt „Leistung in generativen KI-Funktionen“ und steckt in der Search Console unter „Leistung“. Er zählt, wie oft ein Link auf Ihre Website in einer KI-Übersicht (AI Overview) oder im KI-Modus (AI Mode) eingeblendet wurde. Stehen mehrere Links Ihrer Seite in derselben Antwort, zählt das als eine Einblendung. Aufschlüsseln lässt sich nach Seite, Land, Gerät und Tag. Versuche aus Googles Testumgebung Search Labs sind nicht dabei.
Zwei Dinge fehlen: die Klicks und die Suchanfragen. Sie sehen, dass Google Ihre Seite gezeigt hat. Sie sehen nicht, auf welche Frage hin und ob jemand weitergeklickt hat. Der Bericht beantwortet deshalb genau eine Frage: Zieht Googles KI meine Seiten überhaupt heran?
Was 47 Einblendungen über einen kleinen Betrieb verraten
Unsere Search Console zeigt für die drei Monate bis zum 2. Oktober 2026 47 Einblendungen in den KI-Funktionen. In der normalen Websuche waren es im selben Zeitraum 4.930, die KI-Einblendungen machen also rund ein Prozent aus. 19 Seiten kamen vor. Vorn liegt unser Artikel zur Preiserhöhung bei Microsoft 365 mit 12, dahinter folgen die Virtualisierung im Mittelstand (7), das QR-Code-Werkzeug (5) und der Artikel zur Auffindbarkeit bei Google (4).
Ein Trend lässt sich daraus nicht lesen. Eine Woche mit zehn Einblendungen mehr ist bei diesen Mengen Zufall. Aufschlussreich ist etwas anderes, nämlich welche Seiten es sind. Bei uns sind es Artikel mit aktuellem Anlass und einer Einordnung, keine reinen Erklärtexte. Das ist eine Beobachtung an einer kleinen Stichprobe und keine Regel. Sie hilft trotzdem bei der Frage, welche Ihrer Seiten Sie pflegen sollten: die, die schon gezogen werden.
Bing und ChatGPT: die anderen beiden Quellen
Bei Microsoft sehen Sie mehr als bei Google. Die Bing Webmaster Tools haben seit Februar 2026 den Bericht „AI Performance“, zunächst als öffentliche Vorschau. Er zählt, wie oft Ihre Seiten in Microsoft Copilot, in den KI-Zusammenfassungen von Bing und bei ausgewählten Partnern genannt wurden. Dazu kommen die Suchphrasen, mit denen die KI Ihre Inhalte abgerufen hat. Microsoft schränkt selbst ein: Die Phrasen sind nur eine Stichprobe, und die Zahlen sagen nichts über Rang oder Bedeutung einer Seite. Seit Juni 2026 sortiert der Bericht die Phrasen zusätzlich nach Absicht und Thema und nennt Ihren Anteil an allen Nennungen zur selben Phrase.
ChatGPT bietet keinen solchen Bericht. Messbar sind nur Besuche. Laut OpenAI hängt ChatGPT an Links aus seiner Suche den Parameter utm_source=chatgpt.com an. Wer eine Web-Analyse einsetzt, sieht diese Besuche dort als eigene Quelle. Eine Nennung, die jemand liest, ohne zu klicken, hinterlässt dagegen keine Spur. Außerdem darf Ihre robots.txt den Suchroboter von OpenAI (OAI-SearchBot) nicht aussperren. Unsere sperrt keinen Roboter, nur den Download-Ordner.
Die drei Quellen im Überblick:
- Google Search Console: zeigt die Einblendungen in AI Overviews und AI Mode je Seite, Land, Gerät und Tag. Es fehlen Klicks und Suchanfragen.
- Bing Webmaster Tools: zeigt Nennungen in Copilot und Bing-Zusammenfassungen, dazu eine Stichprobe der Suchphrasen und den Verlauf. Es fehlen Rang und Bedeutung der Seite; Klickdaten nennt Microsoft in der Ankündigung nicht.
- ChatGPT: zeigt nur Besuche mit utm_source=chatgpt.com in Ihrer Web-Analyse. Nennungen ohne Klick bleiben unsichtbar, eine eigene Oberfläche gibt es nicht.
Der Handtest und seine Grenze
Sie können die Frage auch selbst stellen. Geben Sie in ChatGPT, Gemini oder bei Google ein, was Ihre Kunden fragen würden, und sehen Sie nach, ob Ihre Seite unter den Quellen steht. Für ein erstes Gefühl taugt das. Eine Messung ist es nicht. Die Antworten ändern sich von Aufruf zu Aufruf und hängen von Standort und Verlauf ab. Ein einzelner Treffer sagt nicht, wie oft Sie genannt werden.
Wer es trotzdem nutzt, schreibt fünf bis zehn feste Fragen auf, stellt sie in regelmäßigen Abständen und hält das Ergebnis mit Datum fest. Dann entsteht aus einem Eindruck wenigstens eine Reihe, die sich vergleichen lässt.
Was Sie dafür nicht brauchen
Google schreibt in seinem Leitfaden zu den KI-Funktionen (Stand 10. Juli 2026), dass dafür keine neuen maschinenlesbaren Dateien und keine besondere Auszeichnung nötig sind. Die Datei llms.txt ignoriert die Google-Suche; sie schadet nicht, hilft aber auch nicht. Inhalte in kleine Häppchen zu zerlegen, ist laut Google ebenfalls nicht nötig. Es gelten die gewöhnlichen Qualitäts- und Ranking-Regeln. Eine Seite muss indexiert sein und mit einem Textauszug erscheinen dürfen. Wie Sie das prüfen, steht in Warum wird meine Website bei Google nicht gefunden?.
Für Angebote, die „KI-Sichtbarkeit“ als Paket verkaufen, heißt das: Lassen Sie sich einen belegten Fall zeigen. Welche Seite wurde wann genannt, und wo steht das? Verweist der Anbieter nur auf sein eigenes Messwerkzeug, sehen Sie eine Stichprobe von Testfragen. Was die Suchmaschinen selbst melden, ist das nicht. Weitere Prüffragen an Dienstleister finden Sie in Macht meine SEO- und SEA-Agentur einen guten Job?.
Womit Sie anfangen
Richten Sie zuerst die Messung ein und bewerten Sie erst danach. Legen Sie die Search Console als Domain-Property an und öffnen Sie den KI-Bericht. Tragen Sie die Website außerdem in die Bing Webmaster Tools ein. Der Import aus der Search Console dauert wenige Minuten. Sehen Sie nach vier Wochen nach, welche Seiten in beiden Berichten vorkommen. Diese pflegen Sie zuerst. Alles Weitere, etwa ChatGPT-Besuche als eigene Quelle in der Web-Analyse, hat Zeit.
Frage zu diesem Artikel?
Schreiben Sie mir — ich antworte persönlich, in der Regel innerhalb eines Werktags.
