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Walter Schmidt
Webentwicklung

Wird meine Website in KI-Antworten genannt – und wo sehe ich das?

Für Inhaber kleiner und mittlerer Betriebe mit eigener Website, die wissen wollen, ob KI-Antworten auf sie verweisen.

Teilweise. Google zeigt Ihnen seit dem 31. August 2026 in der Search Console, wie oft Ihre Seiten in den KI-Antworten auftauchen. Es zählt aber nur das Auftauchen. Wie viele Menschen geklickt haben und auf welche Frage hin, steht nirgends. Bing nennt immerhin die Suchphrasen, ChatGPT liefert gar keinen Bericht. Auf unserer eigenen Website zählte Google in drei Monaten 47 Einblendungen, bei 4.930 in der normalen Websuche. Das genügt, um zu sehen, welche Seiten die KI heranzieht. Für einen Trend ist es zu wenig.

6 Min. Lesezeit

Was Googles Bericht zeigt und was nicht

Der Bericht heißt „Leistung in generativen KI-Funktionen“ und steckt in der Search Console unter „Leistung“. Er zählt, wie oft ein Link auf Ihre Website in einer KI-Übersicht (AI Overview) oder im KI-Modus (AI Mode) eingeblendet wurde. Stehen mehrere Links Ihrer Seite in derselben Antwort, zählt das als eine Einblendung. Aufschlüsseln lässt sich nach Seite, Land, Gerät und Tag. Versuche aus Googles Testumgebung Search Labs sind nicht dabei.

Zwei Dinge fehlen: die Klicks und die Suchanfragen. Sie sehen, dass Google Ihre Seite gezeigt hat. Sie sehen nicht, auf welche Frage hin und ob jemand weitergeklickt hat. Der Bericht beantwortet deshalb genau eine Frage: Zieht Googles KI meine Seiten überhaupt heran?

Was 47 Einblendungen über einen kleinen Betrieb verraten

Unsere Search Console zeigt für die drei Monate bis zum 2. Oktober 2026 47 Einblendungen in den KI-Funktionen. In der normalen Websuche waren es im selben Zeitraum 4.930, die KI-Einblendungen machen also rund ein Prozent aus. 19 Seiten kamen vor. Vorn liegt unser Artikel zur Preiserhöhung bei Microsoft 365 mit 12, dahinter folgen die Virtualisierung im Mittelstand (7), das QR-Code-Werkzeug (5) und der Artikel zur Auffindbarkeit bei Google (4).

Ein Trend lässt sich daraus nicht lesen. Eine Woche mit zehn Einblendungen mehr ist bei diesen Mengen Zufall. Aufschlussreich ist etwas anderes, nämlich welche Seiten es sind. Bei uns sind es Artikel mit aktuellem Anlass und einer Einordnung, keine reinen Erklärtexte. Das ist eine Beobachtung an einer kleinen Stichprobe und keine Regel. Sie hilft trotzdem bei der Frage, welche Ihrer Seiten Sie pflegen sollten: die, die schon gezogen werden.

Die Berichte zählen Einblendungen, nicht Wirkung. Ob aus einer Nennung ein Besuch wird, steht in keinem davon.

Bing und ChatGPT: die anderen beiden Quellen

Bei Microsoft sehen Sie mehr als bei Google. Die Bing Webmaster Tools haben seit Februar 2026 den Bericht „AI Performance“, zunächst als öffentliche Vorschau. Er zählt, wie oft Ihre Seiten in Microsoft Copilot, in den KI-Zusammenfassungen von Bing und bei ausgewählten Partnern genannt wurden. Dazu kommen die Suchphrasen, mit denen die KI Ihre Inhalte abgerufen hat. Microsoft schränkt selbst ein: Die Phrasen sind nur eine Stichprobe, und die Zahlen sagen nichts über Rang oder Bedeutung einer Seite. Seit Juni 2026 sortiert der Bericht die Phrasen zusätzlich nach Absicht und Thema und nennt Ihren Anteil an allen Nennungen zur selben Phrase.

ChatGPT bietet keinen solchen Bericht. Messbar sind nur Besuche. Laut OpenAI hängt ChatGPT an Links aus seiner Suche den Parameter utm_source=chatgpt.com an. Wer eine Web-Analyse einsetzt, sieht diese Besuche dort als eigene Quelle. Eine Nennung, die jemand liest, ohne zu klicken, hinterlässt dagegen keine Spur. Außerdem darf Ihre robots.txt den Suchroboter von OpenAI (OAI-SearchBot) nicht aussperren. Unsere sperrt keinen Roboter, nur den Download-Ordner.

Die drei Quellen im Überblick:

  • Google Search Console: zeigt die Einblendungen in AI Overviews und AI Mode je Seite, Land, Gerät und Tag. Es fehlen Klicks und Suchanfragen.
  • Bing Webmaster Tools: zeigt Nennungen in Copilot und Bing-Zusammenfassungen, dazu eine Stichprobe der Suchphrasen und den Verlauf. Es fehlen Rang und Bedeutung der Seite; Klickdaten nennt Microsoft in der Ankündigung nicht.
  • ChatGPT: zeigt nur Besuche mit utm_source=chatgpt.com in Ihrer Web-Analyse. Nennungen ohne Klick bleiben unsichtbar, eine eigene Oberfläche gibt es nicht.

Der Handtest und seine Grenze

Sie können die Frage auch selbst stellen. Geben Sie in ChatGPT, Gemini oder bei Google ein, was Ihre Kunden fragen würden, und sehen Sie nach, ob Ihre Seite unter den Quellen steht. Für ein erstes Gefühl taugt das. Eine Messung ist es nicht. Die Antworten ändern sich von Aufruf zu Aufruf und hängen von Standort und Verlauf ab. Ein einzelner Treffer sagt nicht, wie oft Sie genannt werden.

Wer es trotzdem nutzt, schreibt fünf bis zehn feste Fragen auf, stellt sie in regelmäßigen Abständen und hält das Ergebnis mit Datum fest. Dann entsteht aus einem Eindruck wenigstens eine Reihe, die sich vergleichen lässt.

Was Sie dafür nicht brauchen

Google schreibt in seinem Leitfaden zu den KI-Funktionen (Stand 10. Juli 2026), dass dafür keine neuen maschinenlesbaren Dateien und keine besondere Auszeichnung nötig sind. Die Datei llms.txt ignoriert die Google-Suche; sie schadet nicht, hilft aber auch nicht. Inhalte in kleine Häppchen zu zerlegen, ist laut Google ebenfalls nicht nötig. Es gelten die gewöhnlichen Qualitäts- und Ranking-Regeln. Eine Seite muss indexiert sein und mit einem Textauszug erscheinen dürfen. Wie Sie das prüfen, steht in Warum wird meine Website bei Google nicht gefunden?.

Für Angebote, die „KI-Sichtbarkeit“ als Paket verkaufen, heißt das: Lassen Sie sich einen belegten Fall zeigen. Welche Seite wurde wann genannt, und wo steht das? Verweist der Anbieter nur auf sein eigenes Messwerkzeug, sehen Sie eine Stichprobe von Testfragen. Was die Suchmaschinen selbst melden, ist das nicht. Weitere Prüffragen an Dienstleister finden Sie in Macht meine SEO- und SEA-Agentur einen guten Job?.

Womit Sie anfangen

Richten Sie zuerst die Messung ein und bewerten Sie erst danach. Legen Sie die Search Console als Domain-Property an und öffnen Sie den KI-Bericht. Tragen Sie die Website außerdem in die Bing Webmaster Tools ein. Der Import aus der Search Console dauert wenige Minuten. Sehen Sie nach vier Wochen nach, welche Seiten in beiden Berichten vorkommen. Diese pflegen Sie zuerst. Alles Weitere, etwa ChatGPT-Besuche als eigene Quelle in der Web-Analyse, hat Zeit.

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FAQ

Häufig gefragt

Brauche ich die Search Console, um den KI-Bericht zu sehen?

Ja, der Bericht ist Teil der Search Console. Google hat ihn laut Hilfeseite seit dem 31. August 2026 für alle Websites freigeschaltet. Fehlt Ihnen der Zugang, fordern Sie ihn als Inhaber der Domain an, nicht als Nutzer mit Leserechten. Warum das wichtig ist, steht in [Wem gehört mein Google-Ads-Konto?](/wissen/wem-gehoert-mein-google-ads-konto/).

Kann ich verhindern, dass KI-Antworten meine Inhalte nutzen?

Über die üblichen Anweisungen für Suchmaschinen, etwa noindex oder Einschränkungen für Textauszüge. Wer eine Seite aus der Google-Suche herausnimmt, verschwindet damit auch aus den KI-Funktionen. Wie sich einzelne Einstellungen auf AI Overviews auswirken, lesen Sie vor dem Einsatz in Googles Dokumentation zu den Robots-Angaben nach. Wer den OpenAI-Suchroboter aussperrt, wird in ChatGPT-Suchantworten nicht genannt.

Lohnt sich ein bezahltes Werkzeug zur KI-Sichtbarkeit?

Für einen kleinen Betrieb meist nicht. Die Berichte von Google und Bing kosten nichts und zeigen, was die Anbieter selbst zählen. Bezahlte Werkzeuge arbeiten mit Testfragen. Das Ergebnis kann der Wirklichkeit entsprechen, muss es aber nicht. Interessant werden sie erst, wenn Sie so viele Seiten und Märkte betreuen, dass Handarbeit nicht mehr reicht.

Sieht man Ihre Website in den KI-Antworten?

Wir richten die Messung bei Google und Bing mit Ihnen ein und lesen die ersten Zahlen gemeinsam. Danach wissen Sie, welche Seiten gezogen werden und wo sich Pflege lohnt.