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Walter Schmidt
Webentwicklung

Was kostet eine Website für Selbstständige — und woran hängt der Preis?

Eine kleine Website mit ein bis drei Seiten kostet bei mir 2.000 bis 3.500 Euro. Eine klassische Unternehmenswebsite mit fünf bis zehn Seiten, eigenem Aufbau und Kontaktformular liegt zwischen 4.000 und 9.000 Euro. Kommt eine Funktion dazu — Terminbuchung, Kundenbereich, Shop-Anbindung —, beginnt es bei etwa 10.000 Euro. Gerechnet wird nach Aufwand, mit 90 bis 110 Euro pro Stunde. Wichtiger als diese Bänder ist aber eine zweite Zahl, die in kaum einem Angebot steht: Über fünf Jahre gerechnet macht die Erstellung nur etwa die Hälfte der Kosten aus. Wer nur Angebotssummen vergleicht, vergleicht die Hälfte.

8 Min. Lesezeit

Auf die Frage, was eine Website kostet, bekommt man im Netz Spannen von 500 bis 40.000 Euro. Diese Spannen sind nicht falsch, sie sind nur nutzlos: Sie beschreiben den gesamten Markt vom Baukasten bis zum Konzernauftritt. Für die Entscheidung, die ein Selbstständiger tatsächlich trifft, braucht es zwei andere Antworten. Erstens: In welchem Band liege ich mit meinem Vorhaben? Zweitens: Was kostet die Website danach — jedes Jahr, das sie läuft?

Meine Preisbänder für Selbstständige und kleine Betriebe: Eine kleine Website mit ein bis drei Seiten kostet 2.000 bis 3.500 Euro, das sind rund 20 bis 35 Arbeitsstunden. Eine Unternehmenswebsite mit fünf bis zehn Seiten, eigenem Aufbau, Kontaktformular und Suchmaschinen-Grundlage liegt bei 4.000 bis 9.000 Euro, also etwa 40 bis 90 Stunden. Sobald eine echte Funktion dazukommt — Terminbuchung, geschützter Kundenbereich, Anbindung an ein anderes System —, beginnt es bei rund 10.000 Euro. Abgerechnet wird nach Aufwand mit 90 bis 110 Euro pro Stunde. Für den laufenden Betrieb rechnen Sie mit einem niedrigen zweistelligen Betrag pro Monat für Domain und Hosting, dazu die Pflege.

Warum dieselbe Website 3.000 oder 9.000 Euro kosten kann

Die erste Frage, die ich in Angebotsgesprächen höre, lautet fast immer: Wie viele Seiten brauche ich denn? Es ist die falsche erste Frage. Die sechste Unterseite im selben Muster kostet fast nichts — sie wird befüllt, nicht gebaut. Teuer wird etwas anderes: Der Preis richtet sich nach der Zahl der Entscheidungen, nicht nach der Zahl der Seiten.

Jede Seite, die anders aussehen soll als die anderen, ist eine Entscheidung. Jede Funktion, die es so noch nicht gibt, ist eine Entscheidung. Jede Abstimmungsrunde mehr, jeder zweite Entwurf, jede Bitte um drei Varianten ist eine Entscheidung. Zwei Betriebe mit derselben Seitenzahl können deshalb weit auseinanderliegen — der eine bekommt ein klares Muster sauber umgesetzt, der andere lässt sich beraten, verwirft, probiert. Beides ist legitim, aber nur das zweite kostet das Doppelte.

  • Die Zahl unterschiedlicher Seiten-Muster: Zehn Seiten aus drei Mustern sind günstiger als fünf Seiten, von denen jede anders aufgebaut ist.
  • Funktionen statt Inhalte: Ein Kontaktformular ist Standard. Eine Terminbuchung, ein Login-Bereich oder eine Rechner-Logik sind kleine Softwareprojekte in der Website.
  • Wer die Inhalte liefert: Texte und Bilder sind der häufigste Kostentreiber, den niemand im Angebot sieht.
  • Die Zahl der Beteiligten: Zwei Entscheider im Betrieb kosten mehr als einer — nicht wegen der Meinung, sondern wegen der Runden.
  • Mehrsprachigkeit: verdoppelt nicht den Preis, aber jeden Pflegeaufwand danach.

Die Positionen, die in Ihrem Angebot fehlen

Angebote für Websites sind schwer vergleichbar, weil die entscheidenden Punkte oft gar nicht darin auftauchen. Vier davon sollten Sie aktiv erfragen, bevor Sie zwei Angebote nebeneinanderlegen.

  • Die Inhalte: In den meisten Angeboten steht, dass Texte vom Auftraggeber gestellt werden. Das ist keine Unfreundlichkeit, es ist der Normalfall — aber genau dort bleiben Projekte monatelang stehen. Klären Sie, ob Textarbeit enthalten ist und in welchem Umfang. Nachträglich schreiben zu lassen kostet mehr, als es von Anfang an einzuplanen.
  • Die Rechtstexte: Impressum und Datenschutzerklärung müssen zur Seite passen, nicht zur Vorlage. Wer sie erstellt und wer sie aktualisiert, wenn sich etwas ändert, gehört in die Vereinbarung. Rechtlich verantwortlich bleiben Sie.
  • Die Pflege nach dem Livegang: Updates, Backups, Erreichbarkeitsprüfung, kleine Korrekturen. Steht dazu nichts im Angebot, ist es nicht enthalten.
  • Die Zugänge: Auf wessen Namen laufen Domain, Hosting und Statistik-Konto? Das ist keine Preisfrage, aber die teuerste Position, wenn es später schiefgeht. Wie Sie das prüfen, steht in Wem gehört mein Google-Ads-Konto? — für Domain und Hosting gilt dasselbe.

Die Rechnung, die niemand aufmacht: fünf Jahre statt einer Summe

Eine Website ist keine Anschaffung, sie ist ein Abonnement mit hoher Anzahlung. Deshalb rechne ich mit Kunden nicht den Angebotspreis, sondern die Laufzeit. Eine Beispielrechnung für eine Unternehmenswebsite im mittleren Band, mit meinen eigenen Sätzen: rund 6.000 Euro für die Erstellung, grob 20 Euro im Monat für Domain, Hosting und Zertifikat, also etwa 1.200 Euro in fünf Jahren, dazu 40 bis 60 Euro im Monat für die Pflege, macht rund 3.000 Euro. Rechnen Sie zwei größere Anpassungen in diesen fünf Jahren dazu — eine neue Leistung, ein neues Formular, eine überarbeitete Startseite — mit zusammen etwa 1.600 Euro.

Summe: rund 11.800 Euro über fünf Jahre, also etwa 200 Euro im Monat. Die Erstellung macht darin etwa die Hälfte aus. Ein Angebot, das bei der Erstellung 1.500 Euro günstiger ist, dafür aber keine Pflege enthält, ist nach zwei Jahren teurer — nicht durch versteckte Kosten, sondern durch Arbeit, die trotzdem anfällt und dann einzeln bezahlt wird.

Zwei Beobachtungen dazu aus der Praxis. Erstens: Hosting-Angebote sind im ersten Jahr fast immer Aktionspreise; der reguläre Preis greift ab dem zweiten Jahr und liegt regelmäßig deutlich darüber. Rechnen Sie mit dem Preis nach der Aktion. Zweitens: Nach etwa vier bis sechs Jahren steht ein größerer Umbau an — nicht weil die Seite kaputt wäre, sondern weil Technik, Anforderungen und Ihr eigenes Angebot sich bis dahin verschoben haben. Wer das einplant, muss es nicht als böse Überraschung erleben.

Baukasten, Freelancer oder Agentur — die ehrliche Rechnung

Ein Homepage-Baukasten ist nicht der schlechte Weg. Für eine Selbstständige, die eine Visitenkarte im Netz braucht, klar weiß, was daraufstehen soll, und die Einarbeitung nicht scheut, ist er oft die vernünftige Entscheidung. Was er nicht spart, ist Zeit. Zwei bis vier Arbeitstage sind realistisch, wenn man es ordentlich machen will: Struktur, Texte, Bilder, Rechtstexte, Mobilansicht. Rechnen Sie diese Tage mit Ihrem eigenen Stundensatz, dann haben Sie den echten Vergleichswert.

  • Baukasten: geringe Geldkosten, hohe Zeitkosten, gute Ergebnisse bei einfachen Anforderungen. Grenzen liegen bei Ladezeit, Auffindbarkeit im Detail und beim Umzug zu einem anderen Anbieter.
  • Freelancer oder kleines Büro: ein Ansprechpartner, direkter Weg, meist die beste Passung für Selbstständige. Grenze ist die Vertretung im Urlaubs- oder Krankheitsfall — fragen Sie danach.
  • Agentur: Breite und Vertretung, dafür höhere Sätze und mehr Beteiligte. Sinnvoll, wenn neben der Website laufend Kampagnen, Inhalte oder mehrere Standorte betreut werden.

Barrierefreiheit: seit 2025 ein Preisfaktor, aber nicht für jeden

Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz taucht Barrierefreiheit in Angeboten als Position auf, manchmal auch als Verkaufsargument, wo sie gar nicht greift. Betroffen sind Sie nur, wenn über Ihre Seite ein Vertrag angebahnt werden kann — Bestellung, Buchung, verbindliche Terminvereinbarung — und Sie gleichzeitig zehn oder mehr Beschäftigte oder über zwei Millionen Euro Umsatz haben. Für die reine Informationsseite eines Selbstständigen gilt das Gesetz nicht. Die Details stehen in Muss meine Website barrierefrei sein?.

Preislich ist der Punkt trotzdem relevant, und zwar in eine Richtung, die man leicht übersieht: Eine Seite von Anfang an zugänglich zu bauen — ausreichende Kontraste, bedienbar per Tastatur, sauber ausgezeichnete Formulare — kostet kaum Aufpreis, weil es dieselbe Arbeit ordentlich gemacht ist. Sie nachträglich umzubauen, kostet einen eigenen Auftrag. Wenn also absehbar ist, dass eine Terminbuchung dazukommt, ist das die günstigste Gelegenheit, es gleich mitzumachen.

Was ich für überbewertet halte

  • Aufwendige Animationen: Sie kosten Zeit, verlängern Ladezeiten und werden von Besuchern, die ein Anliegen haben, übergangen.
  • Die Seitenzahl als Größenmaß: Zehn dünne Seiten wirken schwächer als vier, die je eine Frage vollständig beantworten — und sie kosten in der Pflege mehr.
  • Das pauschale SEO-Paket im Erstellungsangebot: Eine saubere technische Grundlage gehört in jede Website und ist keine Zusatzleistung. Laufende Suchmaschinenarbeit ist dagegen ein eigenes Thema mit eigenem Budget und sollte auch getrennt beauftragt werden.
  • Der Wunsch nach dem Festpreis für alles: Ein Festpreis ist gut für einen klar umrissenen Umfang. Für ein Projekt, dessen Inhalte noch nicht feststehen, führt er dazu, dass beide Seiten den Puffer bezahlen — der eine im Preis, der andere in der Enge.

Zu Recht kostet dagegen die Arbeit, die man auf der fertigen Seite nicht sieht: die Struktur vor dem Design, die Ladezeit, die Übergabe der Zugänge, die Frage, was ein Besucher als Nächstes tun soll. Ob eine fertige Seite diese Arbeit hatte, merkt man erst später — daran, ob sie bei Google überhaupt ankommt und ob Anfragen entstehen.

Woran Sie ein faires Angebot erkennen

  • Es benennt den Umfang in Seiten-Mustern und Funktionen, nicht nur in Seitenzahlen.
  • Es sagt ausdrücklich, wer Texte und Bilder liefert.
  • Es enthält eine Position für die Pflege nach dem Livegang — oder sagt klar, dass sie nicht enthalten ist.
  • Es nennt einen Stundensatz für Zusatzarbeiten, damit spätere Änderungen kalkulierbar sind.
  • Es klärt, auf wessen Namen Domain, Hosting und Konten laufen und dass Sie die Zugänge bekommen.

Steht dazu nichts drin, ist das kein Grund abzusagen — es ist der Anlass für eine Rückfrage. Wie ein Anbieter sie beantwortet, sagt oft mehr über die spätere Zusammenarbeit als der Preis.

Wann sich der Sprung ins nächste Band lohnt

Nicht jede Selbstständige braucht eine Unternehmenswebsite. Der Sprung vom kleinen ins mittlere Band lohnt sich, wenn die Website mehr tun soll als vorhanden zu sein: wenn sie regelmäßig Anfragen bringen soll, wenn Sie mehrere Leistungen anbieten, die je eine eigene Seite verdienen, oder wenn Sie in der Region gefunden werden wollen. Der Sprung ins dritte Band lohnt sich erst, wenn eine Funktion Ihnen Arbeit abnimmt — eine Terminbuchung, die das Telefon entlastet, oder ein Kundenbereich, der Rückfragen erspart. Diese Rechnung ist dieselbe wie bei individueller Software: Man rechnet die Investition nicht gegen einen Listenpreis, sondern gegen das, was sie ersetzt.

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FAQ

Häufig gefragt

Was kostet eine einfache Website für Selbstständige?

Eine kleine Website mit ein bis drei Seiten kostet bei mir 2.000 bis 3.500 Euro, das entspricht rund 20 bis 35 Arbeitsstunden bei einem Satz von 90 bis 110 Euro. Enthalten sind Aufbau, Gestaltung, Mobilansicht, Kontaktformular und die technische Grundlage für die Auffindbarkeit. Texte und Bilder stellt üblicherweise der Auftraggeber.

Was kostet eine Website laufend im Monat?

Für Domain und Hosting einer kleinen Unternehmensseite rechnen Sie mit einem niedrigen zweistelligen Betrag pro Monat, für die Pflege mit 40 bis 60 Euro — also Updates, Backups und kleine Änderungen. Achten Sie bei Hosting-Angeboten auf den regulären Preis ab dem zweiten Jahr: Das erste Jahr ist meist ein Aktionspreis.

Ist ein Homepage-Baukasten günstiger als eine gebaute Website?

In Geld ja, in Zeit nicht unbedingt. Wer eine Baukasten-Seite ordentlich aufsetzt, also Struktur, Texte, Bilder, Rechtstexte und Mobilansicht, ist realistisch zwei bis vier Arbeitstage beschäftigt. Rechnen Sie diese Tage mit Ihrem eigenen Stundensatz, dann haben Sie den echten Vergleich. Für eine einfache Visitenkarte im Netz ist der Baukasten oft die vernünftige Wahl.

Warum sind Angebote für dieselbe Website so unterschiedlich?

Weil sie unterschiedliche Dinge enthalten. Die häufigsten Unterschiede sind Textarbeit, Rechtstexte, Pflege nach dem Livegang und die Zahl der Abstimmungsrunden. Fragen Sie diese vier Punkte gezielt ab, bevor Sie Summen vergleichen — danach sind die Angebote meist näher beieinander, als sie aussahen.

Sie haben ein Angebot vorliegen und wissen nicht, ob es passt?

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